Darmpolypen oder Hämorrhoiden – Symptome erkennen und behandeln

Darmpolypen sind Vorwölbungen der Darmschleimhaut. Meist können Sie mit bestimmten Krankheiten in Verbindung gebracht werden. Darmpolypen entstehen mit zunehmendem Alter. So hat die Hälfte der über 70 jährigen bereits Darmpolypen gebildet. In der Regel verursachen Polypen keine Schmerzen und werden bei Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Werden diese nicht entfernt, können Sie Darmkrebs verursachen.

Die Polypen gehören zur Schleimhaut. Diese ragt in den Hohlraum des Darms hinein. Sie können unterschiedliche Formen annehmen, flach oder zottig. In der Regel sind die Polypen im Dickdarm oder Enddarm zu finden. Sie bilden sich aus Drüsengewebe. Man spricht dann auch von Adenomen. Adenome sind zunächst gutartig können sich aber zu einem bösartigen Krebs entwickeln.

Leidet der Patient an einer Polypose sind bereits über 100 Polypen im Darm. Durchfälle und Bauchkrämpfe sind typische Nebenwirkungen.

 

Was sind die Ursachen für Darmpolypen?

MRT mehrere Darmpolypen
Multiple polyps and at large mass at the hepati flexure – robhengxr of Flickr [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Vor allem im Westen leiden viele Menschen an Polypen. Demnach ist eine These, dass der westliche Lebensstil die Bildung von Darmpolypen begünstigt. Fettiges, zuckerreiches Essen, Alkoholkonsum und zu viel Nikotin haben Einfluss auf die Bildung. Auch zu wenig Bewegung kann die Entstehung begünstigen. Häufig sind Darmpolypen auch genetisch bedingt. Nicht selten sind bereits familiäre Vorbelastungen bekannt.

Normalerweise erneuert sich die Schleimhaut regelmäßig. Sobald alte Zellen abgebaut werden, bilden sich neue Zellen. Bei der Bildung der neuen Schleimhaut kann es auch zu Fehlern kommen. Vermehren sich die neuen Zellen übermäßig, führt das zu Darmpolypen. Bleiben die Polypen unentdeckt, können die geschädigten Zellen zu Darmkrebs führen.

 

Welche Symptome verursachen Darmpolypen?

Sie leiden an unregelmäßigem Stuhlgang? Ein Gastroenterologe wird Ihnen in diesem Fall weiterhelfen. Typische Symptome die auf Polypen hinweisen können sind:

 

Was sind Hämorrhoiden und wie unterscheiden sich diese von Darmpolypen?

Hämorrhoiden sind mit Blut gefüllte Gefäße. Das Polster befindet sich in der Schleimhaut des Enddarms. Es sitzt circa drei bis vier Zentimeter um den Analkanal herum. Die Schließmuskeln und das Gefäßkissen sorgen für die Abdichtung des Darms. Prinzipiell sind Hämorrhoiden prall gefüllt. Erst wenn es zum Stuhlgang kommt werden diese entleert und schwellen ab. Der Schließmuskel ist während dem Stuhlgang entspannt, hierdurch fließt das Blut aus den Gefäßen heraus.




Was ist die Ursache?

Abbildung Dünn- und Dickdarm
Abb. Dünn- und Dickdarm

Meist ist das Bindegewebe der Hauptverursacher. Das Gefäßpolster leiert aus, die Hämorrhoiden vergrößern sich und fallen nach außen. Der produzierte Schleim und die Flüssigkeit führen zu Entzündungen im Analbereich. Schmerzen durch Einrisse, Juckreiz Nässen und Brennen sind typische Symptome. Als Mariske bezeichnet man die Analfalte. Ist der Hautlappen weich und schmerzfrei, liegt keine Entzündung vor.

Blutende Venenknoten können besonders im Anfangsstadium noch gut behandelt werden. Mit natürlichen Salben können sie sich vollständig zurückbilden. Im fortgeschrittenen Stadium müssen diese chirurgisch entfernt werden. Wer an Verstopfung leidet und beim Stuhlgang stark pressen muss, begünstigt die Bildung. Die Entstehung kann durch ballaststoffreiches Essen und regelmäßige Bewegung positiv beeinflusst werden. Im Vergleich zu Darmpolypen sind diese nicht gefährlich und können keinen Darmkrebs verursachen.

Sie sollten die Entzündung in jedem Fall von einem Arzt anschauen lassen. Feigwarzen führen ebenfalls zu Wucherungen im Analbereich. Dabei handelt es sich um eine Geschlechtserkrankung die Gebärmutterhalskrebs begünstigen kann. Solch eine Erkrankung muss in jedem Fall ausgeschlossen werden.

 

Was ist der Unterschied zur Perianalvenenthrombose?

Die Perianalvenenthrombose ist ebenfalls eine Schwellung am Afterrand. Dabei wir die Schwellung durch eine Thrombose verursacht. Das Blutgerinnsel führt zu einer Verstopfung der Venen am Afterrand. Auch diese Erkrankung ist im Vergleich zu Darmpolypen ungefährlich. Allerdings kann eine Perianalvenenthrombose sehr schmerzhaft sein. Sie wird auch häufig mit blutenden Venenknoten verwechselt. Die Thrombose macht sich durch bläuliche Knoten bemerkbar.

 

Sind Darmpolypen gefährlich?

Generell ist ein Polyp ein gutartiger Tumor. Allerdings kann ein unentdeckter Polyp die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Innerhalb von fünf bis zehn Jahren kann sich ein Darmkrebs entwickeln. Die Größe der Polypen spielt eine maßgebliche Rolle. Je größer die Polypen, desto höher die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken.

Auch nach der Entfernung der Polypen entstehen kleine Gefahren. An der Abtragungsstelle kann es zu Blutungen kommen. Ein regelmäßiger Hämoccult-Test* und die Beobachtung des Stuhlgangs können hier Abhilfe verschaffen.

Wichtig: 6 Monate nach der Abtragung ist eine erneute Koloskopie notwendig. Daraufhin reicht eine regelmäßige Darmspiegelung im Abstand von 3 Jahren.

 

Können sich Darmpolypen von selbst zurückbilden?

Im Vergleich zu Hämorrhoiden können sich Darmpolypen nicht selbstständig zurückbilden. Bleiben diese unentdeckt, können sie wachsen und die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Polypen müssen entfernt werden. In jedem Fall kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung die Entstehung von Darmpolypen verhindern. Auch auf den regelmäßigen Verzehr von Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden.

Handelt es sich um kleine Polypen können diese in einer Darmspiegelung entfernt werden. Große Polypen müssen mit Hilfe einer Operation durch die Bauchdecke entnommen werden. Nur selten muss ein kompletter Teil des Darms entfernt werden. Besteht ein familiäres Risiko für Darmkrebs, kann der Dickdarm präventiv entfernt werden. Allerdings muss hier ein großes Risiko bestehen.

 

Welche Vorsorge- Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Darmpolypen und auch Darmkrebs sind keine Seltenheit. Ab dem 50ten Lebensjahr sollte eine Koloskopie vorsorglich durchgeführt werden. Die Untersuchung wird in diesem Fall auch von den Krankenkassen unterstützt. Außerdem ist eine Wiederholung der Untersuchung alle 10 Jahre notwendig. Besteht ein vermehrtes Risiko an Darmkrebs zu erkranken oder bestehen Beschwerden wie Durchfall, blutiger Stuhl, Verstopfung, kann die Untersuchung auch regelmäßiger durchgeführt werden.

Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge ist der Hämoccult-Test*. Der Teststreifen hilft dabei festzustellen, ob sich Blut im Stuhl befindet. Für eine nachhaltige Vorsorge wird der Test einmal jährlich wiederholt.

Fazit: Darmpolypen können unentdeckt eine große Gefahr darstellen. Darmkrebs entsteht häufig durch vermehrt unentdeckte Polypen. In jedem Fall sollten Sie sich ab dem 50ten Lebensjahr regelmäßig untersuchen lassen. Bestehen bereits erste Anzeichen wie regelmäßiger Durchfall, Verstopfung oder blutiger Stuhl sollten ein Arzt aufgesucht werden. Werden die Darmpolypen frühzeitig entfernt kann der Darmkrebs verhindert werden.